DFG project G:(GEPRIS)577381189

Postdigitale Musikpraxen in der Musiklehrkräftebildung

CoordinatorDr. Josef Schaubruch
Grant period2026 -
Funding bodyDeutsche Forschungsgemeinschaft
 DFG
IdentifierG:(GEPRIS)577381189

Note: Das Netzwerk widmet sich der Erforschung postdigitaler Musikpraxen und ihrer Übersetzung in die Musiklehrkräftebildung. Hierzu zählen Praxen wie Producing, DJing, Sampling und Remixing, ebenso wie das Musizieren im Web, im virtuellen Raum oder mit künstlicher Intelligenz (z.B. Haenisch et al., 2023; Mazierska et al., 2019; Miranda, 2021). Die Qualifizierung dieser Praxen als postdigital signalisiert, dass diese erstens nur unter den Bedingungen einer durch die Digitalisierung geprägten Welt entstehen konnten; dass sie zweitens zugleich nicht ausschließlich als digital gedacht werden können, sondern sich vielfältig mit analogen Praktiken und Prozessen vermischen; und dass drittens bei der Erforschung und Übersetzung dieser Praxen nicht nur deren technische Dimension zu berücksichtigen ist, sondern unter anderem auch soziale, ökologische, kulturelle, ästhetische und ökonomische Aspekte in den Blick genommen werden müssen (Buchborn & Treß, 2023; Clements, 2018; Weidner & Stange, 2022). Übergeordnetes Ziel des Netzwerks ist es, die derzeit an vielen Hochschulstandorten zu beobachtende Übersetzung dieser Praxen in der Musiklehrkräftebildung (z.B. als künstlerische Fächer) wissenschaftlich zu begleiten und durch Vernetzung und Impulse voranzutreiben. Konkret wird hierzu im Netzwerk zum einen die Erforschung dieser Praxen und ihrer Übersetzungen gebündelt und weitergeführt (z.B. zu künstlerischen Strategien sowie z.B. zu Prozessen der Aneignung, Professionalisierung); zum anderen werden eigene Übersetzungen entwickelt und erprobt (z.B. Kompetenzheuristiken, Lehr- und Lernformate). Mit seiner Schwerpunktsetzung reagiert das Netzwerk auf die Notwendigkeit, die Musiklehrkräftebildung an aktuelle bildungspolitische Vorgaben und Empfehlungen (KMK, 2017, 2021, 2024; Redecker, 2017), Positionspapiere musikpädagogischer Fachverbände in Bezug auf Digitalisierung (BMU, 2019; FMV, 2021) sowie sich verändernde musikalische Lebenswelten (Born, 2022; Théberge, 2015) und Vermittlungskontexte (Schmitt-Weidmann, 2023) anzupassen. Damit erhält und steigert es die Attraktivität und Vielfalt des Lehramtsstudiums Musik und wirkt dem akuten Lehrkräftemangel entgegen (BMU, 2023; BFG Musikpädagogik, 2024). Die Bezugnahme des Netzwerks auf das Konzept der Postdigitalität ermöglicht dabei eine differenzierte Erforschung und Übersetzung gegenwärtiger Musikpraxen, indem unproduktive Dichotomien wie analog vs. digital oder real vs. virtuell aufgelöst und durch alternative Begriffe wie Hybridität ersetzt werden. Zudem eröffnet das Konzept eine Grundlage, um übergeordnete gesellschaftliche Herausforderungen zu bearbeiten und so kritische und ethische Fragen in Bezug auf die Musiklehrkräftebildung stärker in den Fokus zu rücken. Des Weiteren ist das Konzept als reflexiver Orientierungsrahmen (Knox, 2019) in der Lage, unterschiedliche musikpädagogische Forschungsarbeiten und (hochschul-)didaktische Ansätze zum Thema Digitalisierung unter einer gemeinsamen Klammer zu bündeln.
   

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 Record created 2026-04-02, last modified 2026-04-02



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