DFG project G:(GEPRIS)589320779

Was Bürger in Demokratien Tun Sollten und Können

CoordinatorPeter Luca Versteegen, Ph.D.
Grant period2026 -
Funding bodyDeutsche Forschungsgemeinschaft
 DFG
IdentifierG:(GEPRIS)589320779

Note: In repräsentativen Demokratien wählen Bürger Politiker, damit diese sich um die Themen kümmern, die ihnen wichtig sind. Die jüngste Abfolge komplexer gesellschaftlicher Krisen (z. B. Klimawandel, Kriege, eine Pandemie) macht es Politikern jedoch schwer, Probleme zufriedenstellend anzugehen oder gar zu lösen. Dies wiederum führt dazu, dass die Bürger zunehmend polarisiert sind, wenn es um die Lösung gesellschaftlicher Probleme geht, sich populistischen Parteien zuwenden, um „einfache Lösungen” zu finden, oder sich ganz aus der Politik zurückziehen. Andere Bürger fordern partizipativere Demokratiemodelle oder engagieren sich in freiwilligen und prosozialen Aktionen, um zur Bewältigung einer Krise beizutragen. Dieses Projekt untersucht, was Bürger selbst denken, was sie in einer Demokratie tun sollten und können, insbesondere in Krisenzeiten. Während einige Studien untersucht haben, was Bürger (und Experten) denken, was „gute Bürger” tun sollten, zeigt andere Forschung, dass Bürger diese Ideale selten erfüllen können. Wie Bürger selbst die Spannung zwischen „sollen” und „können” erleben, ist jedoch weitgehend unbekannt. Was verstehen Bürger unter „konstruktivem Bürgerverhalten“ in einer Demokratie, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Krisen? Die Ziele dieses Projekts sind a) zu konzeptualisieren, wie Bürger ihre Rolle in Demokratien verstehen, und b) die Prädiktoren und Konsequenzen dieses Verständnisses zu untersuchen. Ich möchte dieses Verständnis abduktiv konzeptualisieren, indem ich die Perspektiven der Bürger aus erster Hand mit etablierter multidisziplinärer Forschung kombiniere. Als Nächstes möchte ich relevante Prädiktoren und Konsequenzen des Konzepts testen. Für Letzteres werde ich mich insbesondere auf aktuelle Erkenntnisse darüber stützen, wie Emotionen und soziale Identitäten die Informationsverarbeitung und das politische Verhalten beeinflussen. Ich argumentiere, dass Emotionen und soziale Identitäten zu den Schlüsselfaktoren gehören, die bestimmen, was Bürger glauben, tun zu sollen und zu können. Um die Ziele des Projekts zu erreichen, sehe ich drei Stufen empirischer Evidenz vor. Zuerst werde ich anhand qualitativer Interviews mit Bürgern beschreiben, wie diese verstehen, was Bürger in einer Demokratie tun sollten und können, insbesondere in Krisenzeiten. Auf Basis dieser Erkenntnisse werde ich anhand vergleichender und querschnittsbezogener Daten eine quantitative Messgröße für „konstruktives Bürgerverhalten“ entwickeln. Schließlich werde ich anhand von Experimenten die Prädiktoren und Konsequenzen dieses Konzepts testen. Dieses Projekt ist insofern innovativ, als es Literatur und Methoden aus verschiedenen Disziplinen nutzt, um zu konzeptualisieren, was Laien unter „konstruktivem Bürgerverhalten“ verstehen. Diese Erkenntnisse können Wissenschaftlern helfen, die Reaktionen der Gesellschaft auf die vielen aktuellen Krisen zu verstehen. Das Projekt ist insbesodere in der Entwicklung von open science-Methoden innovativ.
   

Recent Publications

There are no publications


 Datensatz erzeugt am 2026-06-08, letzte Änderung am 2026-06-08



Dieses Dokument bewerten:

Rate this document:
1
2
3
 
(Bisher nicht rezensiert)