| Home > Workflow collections > In process > Sichtweiten im Brandfall – Von Jin's Experimenten zu modernen Mess- und Simulationsmethoden |
| Contribution to a conference proceedings | FZJ-2026-02081 |
2026
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Please use a persistent id in citations: doi:10.5281/zenodo.19093547 doi:10.5281/ZENODO.19093546
Abstract: Die Sichtweite im Brandfall ist ein zentrales Kriterium für die Beurteilung der Personensicherheit und maßgeblich für Evakuierungszeiten und das verfügbare sichere Evakuierungszeitfenster. Historisch basiert ihre Bewertung auf den experimentellen Arbeiten von Jin aus den 1970er-Jahren, die einen einfachen empirischen Zusammenhang zwischen Extinktionskoeffizient und Sichtweite etablierten. Diese Ansätze sind jedoch mit starken Vereinfachungen verbunden und berücksichtigen weder räumliche undzeitliche Inhomogenitäten des Rauchs noch unterschiedliche Raucharten oder realistische Beleuchtungsbedingungen. Vor diesem Hintergrund besteht ein wachsender Bedarf an Mess- und Modellierungsverfahren, die Sichtweiten unter realitätsnahen Brandbedingungen differenzierter erfassen. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle experimentelle und numerische Arbeiten, die diese Lücken adressieren. Vorgestellt werden moderne Messmethoden wie LEDSA und ELPI+, welche eine zeit- und ortsaufgelöste Bestimmung von Extinktionskoeffizienten erlauben und zeigen, dass massenspezifische Extinktionen stark aerosolabhängig sind. Replikationen und Erweiterungen der Jin-Experimente belegen zudem, dass niedrige Umgebungsbeleuchtungen die Sichtbarkeit von Fluchtzeichen deutlich erhöhen und klassische Bemessungswerte systematisch konservativ sind. Ergänzend werden neue, wegpunktbasierte Ansätze zur Sichtbarkeitsbewertung vorgestellt, die die reale Wahrnehmung entlang von Sichtlinien abbilden und eine praxisnähere Beurteilung der Evakuierungssicherheit ermöglichen.
Keyword(s): fire dynamics ; visibility in fires ; smoke ; aerosoles
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