| Home > Publications database > Chemischer Kerogenabbau an Typ-II-Kerogenen des Posidonienschiefers der NW-deutschen Hilsmulde sowie des Pariser Beckens |
| Book/Report | FZJ-2018-04528 |
1993
Forschungszentrum Jülich GmbH Zentralbibliothek, Verlag
Jülich
Please use a persistent id in citations: http://hdl.handle.net/2128/19442
Report No.: Juel-2829
Abstract: Der chemische Abbau von Kerogenen und Kerogenmodellsubstanzen liefert unter Berücksichtigung spektroskopischer Daten im Rahmen der vorliegenden Arbeit folgende Beiträge zum Verständnis der Kerogenstruktur, der Kerogenkatagenese sowie des Kerogenbildungsprozesses: Kerogenstruktur Die im Rahmen der Arbeit untersuchten marinen unreifen Kerogene bestehen größtenteils (zu 75%) aus fossilen Algen (Alginit). Dieser Alginit weist gummielastische Eigenschaften auf, die auf eine Quervernetzung der Alginitstrukturen hindeuten. Unreifes marines Kerogen (Alginit) zeichnet sich durch weitgehende Hydrolyse-, Azidolyse- und Hydrierbeständigkeit aus und ist nur oxidativ (RuO$_{4}$) nahezu quantitativ in niedermoleulare Teilstrukturen abbaubar. Unreifes marines Kerogen ist stufenweisehydrolytisch zu 2%, azidolytisch zu 1 %, hydrogenolytisch zu 7% und oxidativ in einem zwei stufigen Abbauschritt zu 88% abbaubar. Als molekular erfaßte Hauptoxidationsprodukte treten unverzweigte Mono- und $\alpha, \omega$-Dicarbonsäuren (11 %) mit einem nivellierten Kettenlängenverteilungsmuster (C$_{2}$-C$_{30}$) sowie zu Kohlendioxid oxidierter Kerogenkohlenstoff (14%) auf. Aus der Oxidation (RuO$_{4}$) von Kerogenmodellsubstanzen, die alle IR- und NMR.-spektroskopisch erfaßten funktionellen Gruppen in Kerogenen umfassen, folgt, daß ausschließlich Alkylaromaten als Kerogenteilstrukturen die Vorläufer der als Kerogenhauptoxidationsprodukte ermittelten Mono- und $\alpha, \omega$-Dicarbonsäuren sowie des Kohlendioxids darstellen. Aus dem untergeordneten Auftretenvon aromatischen Benzolpolycarbonsäuren in den Oxidationsprodukten von unreifem marinem Kerogen (unreifem Alginit) folgt, daß der zu Kohlendioxid oxidierteKerogenkohlenstoff vornehmlich von Monoaromaten herrührt, die über n-Alkylketten quervernetzt einen Hauptteil (ca. 25%) der Struktur von marinem unreifem Kerogen ausmachen. [...]
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