Book/Report FZJ-2018-03564

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Radontherapie in der Sowjetunion : Bericht über den Besuch des Nationalen Forschungszentrums für Medizinische Rehabilitation und Physikalische Therapie in Moskau vom 18. bis 20. September 1990

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1991
Forschungszentrum Jülich GmbH Zentralbibliothek, Verlag Jülich

Jülich : Forschungszentrum Jülich GmbH Zentralbibliothek, Verlag, Berichte des Forschungszentrums Jülich 2509, 178 p. ()

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Report No.: Juel-2509

Abstract: Die Radontherapie ist in der Sowjetunion im Rahmen der Naturheilkunde ein Volksheilmittel. Die Naturheilkunde wurde dort seit Gründung des Staates wesentlich stärker entwickelt und angewendet als im Westen. Dies ist auch auf das Fehlen einer vergleichbaren Pharmaindustrie mit entsprechenden Medikamenten zurückzuführen. Die Veröffentlichungen erfolgten fast ausschließlich in russischer Sprache. Teilweise unterlagen sie auch der Geheimhaltung im Zusammenhang mit der Kernwaffentechnik. Sie blieben daher im Westen bis heute weitgehend unbekannt. Der Stand der Radontherapie in Sowjetrussland wurde im Westen erstmals durch einen Übersichtsvortrag von Bogolubov und .Andrejew auf dem Radontherapie-Symposium in Bad Münster am Stein 1988 vorgestellt, welchen auch der Berichterstatter hörte. In der Sowjetunion werden jährlich etwa eine Million Radonkuren von jeweils drei Wochen Dauer durchgeführt. Das erfolgt in über vierzig Radon-Heilbädern mit natürlichen Radonwässern, zu 70 % jedoch mit künstlich aus Radiumquellen erzeugtem Radon-222. Künstliches Radon ist unabhängig von den zufälligen Quellstandorten natürlicher Radonwässer. Es kann in fast beliebigen Konzentrationen in Wasser und Luft erzeugt werden und ist unmittelbar nach seiner Erzeugung frei von den häufig unerwünschten Zerfallsprodukten. Die Heilanwendung des Radons ist nicht nur auf Gelenkerkrankungen und den rheumatischen Komplex beschränkt. Sie umfaßt in der UdSSR vielmehr auch Herzgefäßerkrankungen einschließlich der Nachbehandlung von Herzinfarkt; Erkrankungen des Bewegungsapparates einschließlich Gelenke und Muskeln; das männliche und weibliche Geschlechtssystem; Erkrankungen des Nervensystems; Endokrinologie; Stoffwechselerkrankungen. Die Kontraindikationen werden ähnlich wie in Mitteleuropa praktiziert. Radon wird zur Anwendung nicht nur inhaliert. Der Schwerpunkt liegt vielmehr in einer Reizung der Haut durch Radonwasser- und vor allem Radonluftbädern. Die Strahlenbelastung des Patienten durch eine solche Radonkur von drei bis vier Wochen Dauer ist, gemittelt über das Jahr, relativ gering. Ein Bad dauert nur 15 Minuten, wöchentlich werden nicht mehr als fünf solcher Bäder verabreicht. Die Wirkung des Radons wird als "Strahlenreiz" für das Immunsystem gedeutet. Dabei kommt der Haut mit ihren Langerhansschen Zellen als Reizakzeptor besondere Bedeutung zu. Die Entwicklung der Radontherapie wird in der Sowjetunion durch das Nationale Forschungszentrum für MedizinischeRehabilitation und Physikalische Therapie am Kalinin Prospekt in Moskau zentral gelenkt. Dort werden neue Radontherapien durch den Rat der Instituts- und Abteilungsleiter des über die Sowjetunion verteilten Forschungszentrums verabschiedet und dann durch das Gesundheitsministerium der UdSSR bestätigt. Man schätzt, daß etwa 90 % aller Literatur über die Radontherapie in russischer Sprache veröffentlicht wurde, bzw. aus der Sowjetunion kommt (Parker).


Contributing Institute(s):
  1. Publikationen vor 2000 (PRE-2000)
Research Program(s):
  1. 899 - ohne Topic (POF3-899) (POF3-899)

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 Datensatz erzeugt am 2018-06-18, letzte Änderung am 2021-01-29


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