| Home > Publications database > Molekulare Vorgänge bei mikrobiellem Abbau von Erdölen und Erdölprodukten in der Lagerstätte und in Laborexperimenten |
| Book/Report | FZJ-2018-04531 |
1993
Forschungszentrum Jülich GmbH Zentralbibliothek, Verlag
Jülich
Please use a persistent id in citations: http://hdl.handle.net/2128/19445
Report No.: Juel-2832
Abstract: Die Umwandlung von organischem Material durch Mikroorganismen ist einer der bedeutendsten biochemischen Prozesse auf der Erde. Ein Ausschnitt aus der Vielfalt der damit verbundenen Reaktionen ist die bakterielle Oxidation von Kohlenwasserstoffen, die sich in flach versenkten Erdöllagerstätten und in Ölaustritten an der Erdoberfläche ebenso abspielt wie nach dem Einbringen von Erdöl- oder Raffinerieprodukten in das Erdreich durch den Menschen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand einerseits darin, positive Indikatoren für einen beginnenden mikrobiellen Abbau von Lagerstättenölen zu finden, wo dies mit anderen Parametern nicht eindeutig möglich ist. Andererseits wurde versucht, Grundlagen zum Verständnis der molekularen Vorgänge beim bakteriellen Kohlenwasserstoffabbau und damit für die Gewinnung verbesserter Kriterien zur Beurteilung des Erfolgs biologischer Sanierungsverfahren für rnineralölverseuchtes Erdreich zu erarbeiten. Dazu wurde eine Reihe experimenteller Untersuchungen durchgeführt, die sowohl Abbauexperimente mit definierten Einzelverbindungen (n-Heptadecan, n-Heneicosan und2,6,10,14-Tetramethylhexadecan (Phytan)) als auch mit Dieselöl als raffiniertem, im Vergleich zu einem Rohöl verhältnismäßig einfachem Kohlenwasserstoffgemisch umfaßte. Wie im Zusammenhang mit den mikrobiologischen Aspekten der Biodegradation erwähnt, ist die Wasserlöslichkeit des Substrats von entscheidendem Einfluß auf die Abbauleistung der Mikroorganismen. Die geradkettigen Substanzen n-Heptadecan und n-Heneicosan ließen sich durch fortschreitende Oxidation von einem Ende der Kette her relativ leicht abbauen. Im Zuge der Degradation wurden nicht nur in wäßrigem Medium lösliche (oder emulgierte) freie und gebundene Metaboliten, sondern auch feste Reaktionsprodukte in Form von Wachsestern gebildet. Obgleich keine Quantifizierung der Stoffwechselprodukte durchgeführt wurde, zeigen die Analysenergebnisse deutlich, daß nicht nur ein erheblicher Anteil der gebildeten Metaboliten, sondern auch eine große Mengee des eingesetzten Substrats bereits nach kurzer Versuchsdauer in diese Wachsester eingebaut wurde und somit zumindest vorübergehend dem weiteren Abbau entzogen war. Auch bei Phytan, einem $\textit{is~prenoid}$-Kohlenwasserstoff, findet eine Oxidation der endständigen Methylgruppen statt. Da das Molekül asymmetrisch gebaut ist, entstehen durch Oxidation am $\alpha$- bzw. $\omega$-ständigen Ende die beiden Isomere 3,7,11,15-Tetramethylhexadecancarbonsäure (Phytansäure) und 2,6,10,14-Tetramethy1hexadecancarbonsäure ($\omega$-Phytansäure). Hydroxylierung und Bildung von Phytanolen und Phytenolen, [...]
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