| Hauptseite > Publikationsdatenbank > Nitrifikation, Denitrifikation und Blähschlammverhinderung bei Kläranlagen durch schubweise Abwasserzugabe |
| Book/Report | FZJ-2018-03196 |
1989
Kernforschungsanlage Jülich, Verlag
Jülich
Please use a persistent id in citations: http://hdl.handle.net/2128/18702
Report No.: Juel-2327
Abstract: In der vorliegenden Arbeit wurde die Möglichkeit der Nitrifikation und Denitrifikation sowie der Blähschlammbekämpfung in Belebungsanlagen untersucht. Dazu wurden verschiedene Laborkläranlagen und halbtechnische Versuchsanlagen konstruiert, die mit diskontinuierlicher Abwasserzugabe betrieben werden konnten. Erste Versuche zur aeroben Nachreinigung von fermentiertem Brüdenkondensat zeigten, daß dieses gut abbaubar war, bei der Reinigung in Kläranlagen jedoch Blähschlamm verursachte. Mit einer Zugabe von Spurenelementen und Nährstoffen konnte die Entwicklung fadenförmiger Bakterien eingedämmt jedoch nicht verhindert werden. Bei diskontinuierlicher Beschickung der Laborkläranlagen mit fermentiertem Brüdenkondensat entwickelten sich vorrangig flockenbildende Bakterien und Blähschlamm konnte verhindert werden. Das in den Laborkläranlagen blähschlammverursachende fadenförmige Bakterium konnte isoliert, als Bacillus sp. erkannt und durch physiologische Tests näher beschrieben werden. Bei Versuchen mit halbtechnischen Kläranlagen wurde festgestellt, daß die diskontinuierliche Abwasserzugabe, bei unterschiedlichen Abwässern, eine für die Abwasserreinigung vorteilhafte Biezönese mit vorrangig flockenbildenden Bakterien begünstigt und den Reinigunsprozeß stabilisiert. Durch eine gesteuerte Belüftung, zusätzlich zur diskontinuierlichen Abwasserzugabe, konnte im Belebungsbecken eine vollständige Nitrifikation und Denitrifikation erreicht werden. Bei unterschiedlichen C:N-Verhältnissen im Zulauf von Laborkläranlagen wurden die jeweiligen Stoffumsatzraten der Nitrifikanten und Denitrifikanten bestimmt. Zum Nachweis der Denitrifikation wurde eine Stickstoffbilanz unter Berücksichtigung der partikulären, gelösten und gasförmigen Stickstoffverbindungen erstellt. Es wurde festgestellt, daß die möglichen Zwischenprodukte der Nitrifikation und Denitrifikation (N$_{2}$O, NO und NO$_{2}$ ) bei der diskontinuierlichen Abwasserzugabe mit gesteuerter Belüftung nur in geringen Spuren freigesetzt werden. Auf Grund der ermittelten Daten wurde, in Zusammenarbeit mit Ingenieuren, der Umbau einer Kläranlage mit 30.000 angeschlossenen Einwohnergleichwerten zur sukzedanen Nitrifikation/Denitrifikation geplant. Die umgebaute Kläranlage wird 1990 in Betrieb gehen.
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